Leistungsschutzrecht für Internetinhalte

Die Koalition will ein Leistungsschutzrecht für Internetinhalte von Verlagen einführen. Das heißt im Klartext – bitte festhalten – für die bloße Übernahme von Titeln, Zitaten, Textanrissen usw. soll nach dem willen der Koalition Geld fließen. Auch News-Aggregatoren sollen für die Bewerbung von Online-Artikeln zahlen.

Wörtlich heißt es da:

Gewerbliche Anbieter im Netz, wie Suchmaschinenbetreiber und News-Aggregatoren, sollen künftig für die Verbreitung von Presseerzeugnissen (wie Zeitungsartikel) im Internet ein Entgelt an die Verlage zahlen. (Quelle)

Als gewerbliche Anbieter gelten bekanntlich auch Blogbetreiber, die auf ihrem Blog Werbung geschaltet haben.

Natürlich sind die Zeitungs- und Zeitschriftenverlage überglücklich über diese entscheidende “Verbesserung” des Urheberrechts:

Zeitungs- und Zeitschriftenverlage begrüßten umgehend den Beschluss des Koalitionsausschusses. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) erklärten am heutigen Montag, im digitalen Zeitalter sei ein solches Recht unverzichtbar, um die gemeinsame Leistung von Journalisten und Verlegern wirksam schützen zu können. (Quelle)

Kritiker befürchten zwar “massive Auswirkungen auf die Online-Wirtschaft, Blogs und den Umgang mit Überschriften und Links zu verfügbaren Informationen”, doch dies scheint den Urheberrechtslobbyisten völlig egal zu sein.

Aber hey, müssen wir denn zitieren oder einen Titel übernehmen? Nein, natürlich nicht. Müssen wir einen Link setzen um ein Online-Angebot zu bewerben? Nein, müssen wir nicht. Was wir aber immer tun können, ist lesen und unsere Meinung darüber zum Ausdruck bringen.

Die Einführung dieses Leistungsschutzrechts hat ja auch noch einen anderen, entscheidenden Vorteil: Die Urheberrechtslobbyisten sorgen selbst für ihren Untergang. Denn wer setzt denn noch einen Link auf Bezahlinhalte oder zitiert daraus? Und, was noch viel wichtiger ist, es wird zwangsläufig zu mehr Kooperation unter den Bloggern führen und damit auch zu mehr Qualität und freien Inhalten.

Wenn dieses Leistungsschutzrecht eingeführt wird, wird es einige Zeit dauern, aber am Ende werden die freien Inhalte alleine aufgrund ihrer massenhaften Verlinkung zu den Top-Angeboten im Netz gehören und die Urheberrechtsfanatiker werden mit ihren Angeboten endgültig baden gehen.

Ich hätte im Übrigen nie erwartet, dass die tatsächlich so bescheuert sind!!!

Weitere Links zum Thema:

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Ein Kommentar zu “Leistungsschutzrecht für Internetinhalte

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